Die Louvre Pyramide in Paris – unglaubliche Mythen & Fakten

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 8. September 2022 von Lena aktualisiert

 

Die Louvre Pyramide in Paris – Unglaubliche Fakten über die berühmte Glaspyramide!

Die Louvre Pyramide ist mit Sicherheit eines der ersten Sehenswürdigkeiten, das dir in den Sinn kommt, wenn du an Paris denkst, oder? Die markante Glaspyramide gehört zu den Wahrzeichen Paris’ wie der Eiffelturm oder die Sacre Coeur in Montmartre und ist untrennbar mit der Pariser Stadtlandschaft verbunden.

Aber die Louvre Glaspyramide ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern birgt auch so einige Geheimnisse, Legenden und viele interessante Louvre Fakten. Wenn du mehr über die Pariser Pyramide wissen möchtest, bist du hier auf jeden Fall genau richtig, denn wir haben für dich alles Wissenswerte über dieses außergewöhnliche Bauwerk zusammengetragen.

 

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Glaspyramide Paris: Der Louvre

Kurz und knapp: Das Wichtigste zur Louvre Glaspyramide 

Die bekannte Louvre Pyramide wurde in den 80ern unter der Leitung des Architekten I.M.Pei erbaut und 1988 vom damaligen Präsidenten François Mitterrand offiziell eröffnet. Sie besteht aus 673 Glasplatten, teils Dreiecken, teils Rauten und hat eine Gesamthöhe von 21,64m. Insgesamt gibt es 5 Pyramiden. Der Hof, auf dem sich die Pyramiden befinden, ist kostenlos besuchbar. (Mehr Paris Spartipps findest du übrigens hier!)

 

Die Geschichte des Louvre und der berühmten Louvre Pyramide

Die Geschichte des Louvre geht bis weit in das späte Mittelalter zurück. Das heutige Museum war zwischenzeitlich Befestigungsanlage, Königspalast, Regierungsgebäude und für einige Jahre auch Atelier und Wohnstätte vieler Künstler. Über die Jahrhunderte wurden unzählige Renovierungsarbeiten am Louvre vorgenommen: hier wurde etwas erneuert oder abgerissen, und dort etwas vergrößert oder umgebaut.

So kam es, dass der Louvre zu Beginn der 80er-Jahre ein dunkler, verstaubter, alter Kasten war, der weder der stetig wachsenden Anzahl von Besuchern, noch der Pracht der ausgestellten Kunstwerke gerecht werden konnte. Alles am Louvre schrie nach Modernisierung und der französische Präsident François Mitterrand nahm sich dieser Herkulesaufgabe an. Er gab das Projekt „Grand Louvre“ am 24. September 1981 bekannt.

Und die Pariser? Sie hassten es natürlich mit Leidenschaft.

Louvre Pyramide, die berühmte Glaspyramide Paris

 

Übrigens, der Louvre ist nicht das einzige Bauwerk, was unter der Regierung Mitterrands entstand. Der ehemalige Präsident hatte sich der kulturellen Renaissance verschrieben und auch der Arc de la Defense sowie die neue Oper an der Bastille entstanden unter seiner Führung.

 

La Pyramide du Louvre, oder das Projekt „Grand Louvre“

Die Modernisierung des Louvre wurde als Projekt „Grand Louvre“ bekannt, das nichts anderes zum Ziel hatte, als den Louvre zum größten Museum der Welt zu machen. Dieses Mammutprojekt umfasste nicht nur die Erneuerung großer Teile des Museums, sondern beinhaltete auch den Bau der Louvre Pyramiden, eines Einkaufszentrums, unterirdischer Parkhäuser und der Verdopplung der Ausstellungsfläche auf sage und schreibe 75.000m2.

Das Herzstück des Projekts war und ist natürlich die Glaspyramide, die im Innenhof des Louvre erbaut wurde.

 

Wer baute die Louvre Pyramide?

Von einer Glaspyramide war zu Beginn des Projekts im Jahr 1981 jedoch noch keine Rede. Die Idee zu dem Design der Pyramide des Louvre wurde erst 3 Jahre später präsentiert, kurz nachdem der Chinesisch-Amerikanische Architekt Ieoh Ming Pei mit dem Projekt vertraut wurde.

I.M.Pei gehört zu den bedeutendsten Architekten der Gegenwart und ist besonders für seinen Baustil der klassischen Moderne berühmt. Im Laufe seines Lebens betreute er mehr als 200 große Projekte, die aufgrund ihrer modernen Bauweise oft erst auf Widerstand, dann aber auf Begeisterung stießen.

Neben dem Louvre erbaute I.M.Pei unter anderem auch die National Gallery of Art in Washington, das Deutsche Historische Museum Berlin und das Museum für Islamische Kunst in Katar.

Pyramide Louvre, Hof von oben

 

Warum wurde die Pyramide gebaut?

Der Louvre war zu Beginn der 80er-Jahre hauptsächlich dunkel, erdrückend und verbaut. Es mangelte an Tageslicht, Raum und Weite. Die große Louvre Glaspyramide hat in diesem Sinne zunächst einmal die Funktion, den Eingangsbereich des Louvre innen mit Tageslicht zu versorgen und für eine luftigere Atmosphäre zu erschaffen.

Die Louvre Pyramide ist jedoch zugleich auch der Haupteingang des Museums. Direkt am Eingang der großen Pyramide im Hof des Louvre, des Cour Napoléon, befinden sich die Sicherheitskontrollen. Diese musst du passieren, um in den Innenraum des Museums zu gelangen, in dem sich die Ticketschalter und der Einlass zu den Ausstellungsräumen, aber auch das Einkaufszentrum Carrousel du Louvre befindet.

Die Pyramide hat also nicht nur eine rein ästhetische Funktion, sondern auch einen praktischen Nutzen.

 

Louvre Pyramide innen - Lichtquelle

 

Wie viele Louvre Pyramiden gibt es?

Insgesamt gibt es fünf Pyramiden am Louvre. Die große Pyramide, die als Haupteingang dient, in der Mitte des Cour Napoléons. Bei ihr handelt es sich um die bekannteste und die ist es auch, die viele Postkarten und Fotos ziert. Allerdings stehen um die große Pyramide 3 weitere, kleinere Pyramiden. Diese dienen der darunter liegenden Halle als natürliche Lichtquelle.

Eine 5. Pyramide befindet sich im Inneren des Louvre. Hierbei handelt es sich um eine umgekehrte Glaspyramide, dessen Spitze auf eine weitere Pyramide zeigt. Da diese allerdings aus Stein, und nicht aus Glas besteht, wird sie normalerweise nicht dazu gezählt.

 

Glaspyramide Paris: Es geht nie ohne Kontroversen

Als der Umbau des Louvre bekannt gegeben wurde, war die Reaktion der Öffentlichkeit in 1984 war so, wie man es von den Parisern erwartet: Dagegen! Es hat quasi Tradition, Neuerungen im Pariser Stadtbild zunächst einmal leidenschaftlich abzulehnen. Der Eiffelturm wurde als Giraffenkäfig verhöhnt, das Centre Pompidou als Ölraffinerie verspottet und tja, die Pyramide des Louvre wurde kurzerhand als Käseglocke degradiert oder auch als Grabstätte der Sozialisten.

Derzeit kann man eine solch typische Pariser Kontroverse auch live an den Reaktionen auf den Tour Triangle beobachten. Das Glasbauwerk soll auf dem Messegelände im Süden Paris’ entstehen und wird enorm kritisiert.

Aber zurück zur Pyramide du Louvre.

Die Kritikpunkte auf den Bau der Louvre Pyramide bezogen sich auf so ziemlich jeden Bereich, den man sich vorstellen kann.

Glas der Louvre Pyramide

 

1. Kontroverse der Louvre Pyramide: Die Kosten 

Es steht natürlich außer Frage, dass man für ein solch umfassendes Bauprojekt wie die Renovierung des Louvre etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Etwas. So in etwa 1.5 Milliarden Euro tief. Dass eine solche Summer Kritiker auf den Plan ruft, ist klar. Gebaut wurde die Glaspyramide bekannterweise dennoch.

 

2. Kontroverse der Louvre Pyramide: Das Finanzministerium

Bis zur Renovierung des Louvre war das Finanzministerium im nördlichen Flügel des Museums untergebracht. Dass das Ministerium nach den Renovierungsarbeiten weiterhin dort beherbergt sein würde, sahen die Pläne jedoch nicht vor und das wurde vom Finanzminister alles andere als positiv aufgenommen.

Nach einiger Überzeugungsarbeit wurde der Finanzminister jedoch mit ins Boot geholt und um die Endgültigkeit dieser Entscheidung zu bekräftigen, zog er samt Ministerium in ein Übergangsbüro ausserhalb des Louvre. Wie das allerdings in der Politik so ist, verlor die Sozialistische Partei Mitterrands jedoch kurz darauf und der neue Finanzminister, aus einem anderen politischen Lager, zog samt neuem Ministerium zurück in den Louvre.

Aber auch diese Kontroverse war nicht von Dauer und wurde spätestens mit Mitterrands Neuwahl ausgeräumt. Ganz symbolträchtig übergab der neue alte Finanzminister sogar den Schlüssel des Louvrebüros an den Präsidenten und die Arbeiten konnten beginnen.

Der Haupteingang des Louvre durch die Glaspyramide

3. Kontroverse der Louvre Glaspyramide: Der Architekt

Eine große Kontroverse löste selbstredend auch der Chinesisch-Amerikanische Architekt Ieoh Ming Pei aus. Viele Franzosen befürchteten, dass der gefeierte Architekt keine, oder zumindest keine ausreichende Vorstellung der französischen Kultur habe und deswegen unmöglich ein angemessenes Monument in Paris erbauen könne.

 

4. Kontroverse der Louvre Pyramide: Die Ästhetik

Zu modern, nicht zum französischen Renaissancestil passend, Nullpunkt der Architektur, Disneyland, nullachtfünfzehn. Dies ist nur eine kleine Auswahl der Ansichten, die durch die französische Presse gingen, als das Design der Pyramide vorgestellt wurde. Aber du siehst es schon, der Großteil der Pariser war wenig angetan von dem doch recht futuristischen Entwurf.

 

5. Kontroverse der Louvre Pyramide: die Pyramide an sich

Aber nicht nur die Ästhetik wurde heftigst kritisiert, sondern es wurde auch stark bemängelt, warum es denn ausgerechnet eine Pyramide hat sein müssen! Schließlich seien die ägyptischen Vorbilder nichts anderes als Grabkammern und die Idee, sich ein Symbol des Todes mitten in die Pariser Innenstadt zu setzen, wurde mit Unverständnis gestraft.

Der Sprung zu „Grabkammer der Sozialisten“ als Referenz zu François Mitterrands politischem Lager, geschenkt!

 

Der Louvre - das berümteste unter den Museen in Paris

 

6. Kontroverse der Glaspyramide: der Präsident François Mitterrand, natürlich!

Dass sich Mitterrand auf den Cour Napoléons eine Pyramide bauen lässt, wurde selbstredend als größenwahnsinnig eingeordnet. Und selbst mir als Laie fällt die Symbolik auf.

Napoléon, der zeitweise die Mona Lisa im Schlafzimmer hängen hatte, den Louvre zum Musée Napoléon umbenannte und sich den Arc de Triomphe zum Geburtstag bauen ließ. Und dann Mitterrand, der sich nichts weiter als eine Pyramide mitten auf den Cour Napoleon im Hofe des Louvre baut. Mhm… naja.

Aber es wäre nicht der französische Präsident, wenn er dafür nicht sein Fett wegbekommen hätte. Die Franzosen halten mit Spott und Häme nicht hinter dem Berg und so musste er sich ein paar Spitznamen gefallen lassen. Unter anderem Mitteramses oder auch Tontonkhamon. Tonton ist im Französischen die Koseform für Onkel.

 

Glaspyramide Paris: Aller Kontroversen zum Trotz ein voller Erfolg

Trotz zahlreicher Kontroversen, leidenschaftlichen Hasstiraden und dem generellen Missfallen eines fast Jedem, die Pyramide du Louvre wurde zu einem einschlagendem Erfolg. Selbst die schärfsten Kritiker mussten einsehen, dass die Glaspyramide genau dorthin gehört und Paris durch sie noch ein wenig atemberaubender geworden ist.

Louvre Glaspyramide auf dem Cour Napoléon in Paris

 

Verschwörungstheorien rund um die Louvre Pyramide

Meist braucht es ja nicht viel, um Verschwörungstheoretiker auf den Plan zu rufen. Eine Pyramide liefert hingegen eine Steilvorlage sondergleichen. So wird es dich nicht verwundern, dass es doch so einige Verschwörungstheorien rund um die Pyramide gibt. Mit der bekanntesten Verschwörungstheorie über die Louvre Glaspyramide können wir hier aber direkt an dieser Stelle aufräumen.

 

Die Louvre Pyramide, Werk des Teufels!

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Glaspyramide des Louvre aus 666 Glaselementen bestünde. 666 ist im Okkultismus die Zahl des Antichristen, oder auch die satanische Zahl. Dass die Pyramide des Louvre also als ein Werk des Teufels gesehen werden kann oder auch als schlechtes Omen verstanden werden könnte, liegt nahe.

Wenn du das Sakrileg von Dan Brown gelesen oder die Verfilmung des Buches mit Tom Hanks gesehen hast, wirst du dich in der Annahme, dass die Pyramide aus 666 Elementen besteht, bestätigt fühlen.

Aber: FALSCH! Die Pyramide besteht nämlich aus 673 Glaselementen und hat natürlich mit dem Teufel oder irgendwelchen okkulten satanischen Mächten rein gar nichts zu tun.

666 Glaselemente beim Louvre?

 

Das Gerücht kam Anfang der 80er-Jahre auf, als die Pyramide nur mehr auf dem Papier bestand und sich die Zahl fälschlicherweise in einer der Broschüren geschummelt hat. Man könnte es theoretisch einfach nachzählen.

Und nur falls du es dich jetzt fragst: Die sterblichen Überreste Maria Magdalenas befinden sich NICHT unter der Spitze der Pyramide im Louvre.

 

Die Pyramiden des Louvre als Grundstein der Pariser Street-Art

Na ja, fast. Während der jahrelangen Bauarbeiten im Zuge der Renovierung des Louvre, waren große Teile des Innenhofs des Louvre mit Bauzäunen und Sichtschutzmauern vor den Blicken Neugieriger geschützt. Die meisten Pariser fanden den Umbau ohnehin furchtbar und die ein Jahrzehnt andauernde Baustelle im Stadtzentrum Paris’ half nur bedingt, den Unmut zu besänftigen.

Eine Gruppe Pariser machte sich die Situation jedoch zunutze: Street-Art und Graffiti Künstler! Die hunderte meterlangen Sichtschutzmauern lieferten nämlich eine erstklassige Leinwand für die Kunstwerke der noch in den Anfängen steckenden Street-Art Szene. Ist es nicht ironisch, dass diese doch sehr gegensätzlichen Kunstrichtungen an der Pyramide des Louvre zusammen findet?

Falls dich Street Art in Paris interessiert, kann ich dir übrigens die Street Art Tour mit Kasia empfehlen.

 

Wie wird die Pyramide des Louvre gereinigt?

Ein Bauwerk wie die Glaspyramide des Louvre, das täglich Wind, Wetter und Feinstaub ausgesetzt ist, muss gelegentlich selbstverständlich auch gereinigt werden. Ein Unterfangen, das sich nicht als so einfach herausstellte. Wurden anfangs Bergsteiger angeheuert und Kräne eingesetzt, wird die Reinigungsarbeit heute weitestgehend Robotern überlassen. Ausgestattet mit Saugnäpfen, Wischern und rotierenden Bürsten bewegen sie sich auf Schienen und reinigen selbstständig die vielen Glaselemente.

Der Louvre von Innen

Die Pyramide in Film und Fernsehen

Ein so bekanntes Bauwerk wie die Pyramide des Louvre ist natürlich auch ein beliebter Drehort für Filme und Serien. Der Klassiker ist natürlich der Thriller Das Sakrileg von Dan Brown, auch bekannt als The Da Vinci Code. Hier wird die Leiche des Kurators des Louvre unter der Pyramide innen gefunden und eine spannende Jagd quer durch Paris und alle möglichen Verschwörungstheorien beginnt.

Eindrucksvoll auch der Diebstahl der Kette Marie Antoinettes, gleich in der ersten Folge der Netflix Serie Lupin. (Sehr empfehlenswert übrigens!) Auf ausgesprochen clevere und charmante Art trickst der Protagonist sein Umfeld aus und landet die unglaublichsten Diebstähle, unter anderem eben aus dem Louvre.

Weitere Filme und Serien, in denen die Pyramide des Louvre eine Hauptrolle spielt:

  • Wonder Woman (2017)
  • Midnight in Paris (2011)
  • Beyoncé & Jay-Z, Apeshit (kannst du dir hier ansehen)

 

FAQ Die Louvre Pyramide in Paris

Wie viele Pyramiden gibt es im Louvre?

Es gibt 5 Pyramiden im Louvre. 4 außerhalb des Louvre und eine umgekehrte Pyramide innen.

Wer ist unter dem Louvre begraben?

Vermutlich niemand. Fans des Thriller Autors Dan Brown mögen glauben, dass Maria Magdalena unter der Pyramide des Louvre vergraben liegt, aber mehr als Fiktion ist dies wohl nicht.

Warum ist die Pyramide am Louvre aus Glas?

Die Louvre Pyramide ist aus Glas, da sie als natürliche Lichtquelle des unterirdischen Teils des Louvre dient. Außerdem entsteht durch das Glas der Eindruck der Leichtigkeit.

Wie viele Glaselemente hat die Louvre Pyramide?

Die Glaspyramide am Louvre besteht aus 673 Glaselementen, teils Rauten, teils Dreicke.