Die Rue de Rivoli ist eine der berühmtesten Straßen im Herzen von Paris und eigentlich ist es unmöglich, dass du sie bei deinem Besuch verfehlst. Sie erstreckt sich nämlich über eine Länge von etwa drei Kilometern durchs Zentrum von Paris und verläuft parallel zum rechten Seineufer.
Die Straße beginnt im Osten an der Rue de Sévigné und endet am Place de la Concorde im Westen. Ihre Lage macht sie zu einer der zentralen Achsen der Stadt und zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines jeden Paris-Besuchs.
An der Rue de Rivoli liegen einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Paris: dem Place de la Concorde, der Tuileries Garten, der Louvre, das Hôtel de Ville und etwas weiter östlich auch das Marais mit der St. Paul Kirche.

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Die Verlängerung der Rue de Rivoli reicht sogar bis zur Bastille. Aber das ist nicht alles und in diesem Artikel verrate ich dir im Detail, was es auf der Rue de Rivoli in Paris alles zu entdecken gibt.
Und warum es eine hervorragende Idee ist, sie in deine Paris Reiseplanung zu integrieren.
Die Rue de Rivoli: Geschichtlich interessant?
Über die Frage lässt sich natürlich streiten. Festhalten möchte ich hier nur kurz, dass der Bau der Rue de Rivoli erst im frühen 19. Jahrhundert begann. Zunächst auf Befehl Napoleons, und dann 1853 unter der Regie des Präfekten Georges-Eugène Haussmann.
Falls dir der Name Haussmann so nichts sagt: Er war der Stadtplaner, der dafür gesorgt hat, dass Paris auch heute noch so aussieht, wie es aussieht. Die imposanten sechsstöckigen Häuser, die das Stadtbild in Paris markant prägen, sind nach ihm benannt: Haussmanian Architektur.

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Aber zurück zur Rue de Rivoli. Als sie 1855 fertiggestellt wurde, diente sie Haussmann als Muster für die im Anschluss erbauten Boulevards von Paris.
Knapp 90 Jahre später gab es dann ein zweites, und letztes geschichtlich interessantes Ereignis auf der Rue de Rivoli. Nämlich als Dietrich von Choltitz 1944 im Hotel Le Meurice die Kapitulation unterschrieb und Paris somit von den Nazis wieder an Frankreich überging.
Die geschichtliche Relevanz der Rue de Rivoli würde ich also als „geht so“ einschätzen. Aber im Grunde ist es auch egal, denn Geschichte hin oder her, es gibt auf der Rue de Rivoli viel zu sehen und zu erleben.

Fahrradfahren auf der Rue de Rivoli
Bevor ich loslege und dir alles über die Rue de Rivoli erzähle, eine ganz wichtige Information: Die Rue de Rivoli wurde in den vergangenen Jahren unglaublich gut für den Radverkehr ausgebaut.
Sie enthält zwei Spuren für Radfahrer, jeweils in eine Richtung und ist teilweise sogar für den herkömmlichen Straßenverkehr gesperrt. Falls du also Lust hast, mit dem Rad durch Paris zu fahren, ist die Rue de Rivoli perfekt.
Du weißt nicht, wie man in Paris ein Rad leiht? Kein Problem, in meinem Artikel: Paris mit dem Fahrrad: Kompletter Guide (2024) erkläre ich es dir.
Die Rue de Rivoli – Spaziergang von West nach Ost
Auch wenn die 1 Rue de Rivoli im Osten beginnt, halte ich es – recht unbegründet – für intuitiver, am Place de la Concorde mit dem Spaziergang zu beginnen.
Der Platz ist zentraler und mir gefällt es besser, mich vom Zentrum herauszubewegen, als hinein. Du kannst es natürlich auch andersherum machen. Los geht’s!

#1 Place de la Concorde
Wir beginnen am Place de la Concorde. Der Platz gehört zu den fünf königlichen Plätzen in Paris und ist auch der größte. Und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.
Er liegt am Fuße der Champs-Élysées und hat in Laufe der Zeit mehrfach seinen Namen geändert: je nach politischer Lage: Place Louis VX, Place de la Révolution, dann wieder Place Louis XV gefolgt von Place Louis XVI und so weiter, bis er 1830 seinen bisher endgültigen Namen erlangte.
Auf dem Place de la Concorde findest du neben dem berühmten Obelisken auch 2 imposante Brunnen und 8 Statuen. Letztere stehen stellvertretend für die acht wichtigsten Städte Frankreichs.
Hier wurden während der Französischen Revolution auch Ludwig XVI sowie seine Frau Marie Antoinette enthauptet. 2 von 1345 Personen, die hier in den 2,5 Jahren der Revolution hingerichtet wurden.

#2 Jardin des Tuileries
An den Place de la Concorde angrenzend, findest du den Jardin des Tuileries. Die Rue de Rivoli verläuft über eine Strecke von einem Kilometer entlang der nördlichen Seite des Gartens.
Der Park wurde als Teil des Tuileries Palastes von Catherine de Medici 1564 entworfen und wurde nach der Französischen Revolution ein öffentlicher Park.
Die Tuilerien sind ein klassischer französischer Garten mit allem, was dazu gehört: Wasserbassins, Statuen und Skulpturen, Alleen, Cafés und – ganz typisch für Paris – unzählige grüne Metallstühle, auf denen es sich hervorragend ausruhen lässt.
Tip: Entlang der Rue de Rivoli auf Höhe der Tuileries findest du die Arkaden, aber auch viele der 5-Sterne-Hotels in Paris und eine Filiale von Angelina.

Musée de l’Orangerie
In der Tuileries findest du auch eines der schönsten Museen von Paris, besonders, wenn du Monet und seine Wasserlilien magst.
Aber auch Werke von Picasso, Renoir, und Cezanne findest du im Musée de l’Orangerie sowie stetig wechselnde Ausstellungen anderer Künstler.
Arc de Triomphe du Carrousel
Am Ende des Jardin des Tuileries steht der Arc de Triomphe du Carrousel, das man auf den ersten Blick leicht mit dem Triumphbogen am Kopf der Champs-Élysées verwechseln kann.
Fun Fact: Der Triumphbogen, der Place de la Concorde, der Arc de Triomphe du Carrousel und die Pyramide bilden einen gerade Achse, die Axe Historique.

#3 Louvre
Und weiter geht es entlang der Rue de Rivoli. Auf die Tuileries folgt eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Paris: der Louvre.
Das Museum erstreckt sich über 450 entlang der Rue de Rivoli und nimmt somit einen bedächtigen Streckenabschnitt der Straße ein.
Der Louvre ist das weltweit größte Museum mit über 35.000 Ausstellungstücken und fast 8 Millionen jährlichen Besuchern.
#4 Palais Royal und die Buren Columns
Ok, zugegeben, der Palais Royal und die Buren Columns liegen nicht direkt AN der Rue de Rivoli. Aber ganz in der Nähe und da ich die Columns sowie den Palais Royal ganz wunderbar finde, möchte ich zumindest kurz darauf hinweisen. Ein kleiner Abstecher lohnt sich nämlich.
Zum einen kannst du im Palais Royal bei Café Kitsuné mit den besten Tee und Café in Paris kaufen (zum Mitnehmen). Zum anderen ist der Ort auch einfach schön und im März blühen die vielen Magnolienbäume.

#5 Shopping
Neben all den Sehenswürdigkeiten ist ein großer Abschnitt der Rue de Rivoli auch eine richtig gute Adresse, um shoppen zu gehen.
Vom Louvre bis zum Hôtel de Ville dominieren die bekannten Ketten mit riesigen Flagship Stores: Zara, Uniqulo, Pull & Bear, Urban Outfitter, Monki, Berska, JD Sports, Footlocker und so weiter.
#6 La Samaritaine
Etwa auf der Mitte der Rue de Rivoli findest du eines der schönsten Kaufhäuser Paris, vor allem, wenn du an Art Nouveau und Designermode interessiert bist.
Das Kaufhaus wurde 1910 eröffnet und ganz im Jugendstil erbaut. Architektonisch atemberaubend, hinsichtlich der Sicherheitsstandards eher weniger, und so wurde es zu Beginn der 00er Jahre geschlossen.
Zeitweise stand zur Debatte, es abzureißen, was aber – zum Glück – abgewendet werden konnte. Nach umfassender Renovierung, wurde es im Juni 2021 wieder eröffnet.

#7 59 Rivoli
Was 1999 als besetztes Haus begann, ist heute ein vibrierendes Kunstzentrum. Trotz früherer Räumungsdrohungen hat sich der Ort gehalten und wurde 2009 offiziell anerkannt.
Heute bietet das 59 Rivoli über 30 Künstlern Raum und dank der vielen Konzerte und Ausstellungen ist hier immer etwas los. Egal, wann du in Paris bist, ein Besuch lohnt sich immer.
Der Eintritt ist frei und das Atelier ist Dienstag bis Sonntag, von 13 bis 20 Uhr geöffnet.

#8 Châtelet
Zugegeben, Châtelet ist nicht wirklich eine Sehenswürdigkeit, sondern eher eine Metro, Bus und RER Station im Zentrum von Paris. Zu sehen gibt es weniger, aber wenn du dich in Paris orientieren möchtest, ist es auf alle Fälle gut zu wissen, dass Châtelet und die Rue de Rivoli zusammen hängen.
Und kommen wir noch einmal zurück zu Art Nouveau; die Châtelet Station auf dem Place Sainte-Opportune ist eine der schönsten noch erhaltenen Stationen, die von Hector Guimard entworfen wurde.

#9 Tour Saint-Jacques
Der Tour Saint-Jacques ist die nächste Sehenswürdigkeit auf unserem Spaziergang entlang der Rue de Rivoli. Und du hast ihn vermutlich schon von Weitem gesehen.
Heute ist der Tour Saint-Jacques nämlich in erster Line das: Ein überraschend hoher gothischer Turm, der ohne viel Kontext im Zentrum von Paris herumsteht.
Ursprünglich war der Tour Saint-Jacques natürlich mehr als das. Und zwar der Glockenturm der gotischen Kirche Saint-Jacques-la-Boucherie aus dem Jahre 1119 (!).
Während der Französischen Revolution ist die Kirche Versammlungsort der Revolutionäre gewesen und wurde 1797 zum Kollateralschaden. Einzig der Turm blieb stehen und steht auch heute noch.

#10 Hôtel de Ville
Ein Highlight jagt das Nächste, denn ein paar Schritte nach dem Tour Saint-Jacques kommt schon das Hôtel de Ville, dem Pariser Rathaus, mit seiner tollen Fassade.
Jedes der 20 Arrondissements in Paris hat seinen eigenen Verwaltungsapparat, untersteht aber dem Hôtel de Ville. Hier befindet sich auch das Büro der Bürgermeisterin Anne Hidalgo.
Das Gebäude an sich ist bemerkenswert. Denn es sieht zwar ziemlich alt aus, ist es aber eigentlich nicht. Aber von vorn:
Das erste Rathaus stand an dieser Stelle bereits im 14. Jahrhundert. Von Dauer war es nicht, denn im 16. Jahrhundert war es so baufällig, dass es abgerissen werden musste. Die neuere Version wurde im 19. Jahrhunderts von Aufständischen in Brand gesteckt und nur die Fassade überstand das Inferno.
Das Rathaus, so wie du es heute zu Gesicht bekommst, wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, im Stil der Neorenaissance.

#11 Tourismusbüro
Das Pariser Tourismusbüro befindet sich an der linken Seite des Rathauses, auf der Rue de Rivoli. Auch wenn sich das jetzt auch nicht unglaublich spannend anhört, kann sich ein Besuch lohnen, und nicht nur für die Infos.
Denn abgesehen von den recht schönen und nicht kitschigen Paris Souvenirs, die du dort kaufen kannst, gibt es dort oft ganz interessante Ausstellungen.
#12 BHV Marais
Das BHV Marais ist ein Kaufhaus, dass sich gegenüber dem Hôtel befindet und in dem du so ziemlich alles bekommst, vor allem, wenn du bereit bist, etwas mehr auszugeben. Es ist zwar nicht so luxuriös wie die Galerie Lafayette, aber auch nicht unbedingt Karstadt.
Die Geschichte des BHV (Bazar de l’Hotel de Ville) geht bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Was als kleines Hutgeschäft begonnen hat, ist zu einem Multikomplex angewachsen, mit Filialen in ganz Frankreich.
Das BHV Marais ist das Hauptgeschäft in Paris. In der Nachbarschaft gibt es auch eine Filiale, die auf Männermode spezialisiert ist, eine auf Tierbedarf und eine auf elektrische Räder.
Und der Name verrät es schon, die Rue de Rivoli führt dich ab hier ins südliche Marais.

#13 Das Marias & Saint-Paul
Unser Spaziergang neigt sich hier langsam dem Ende zu. Denn vom BHV Marais zur Rue de Sévigné sind, dem Anfang bzw. Ende der Rue de Rivoli sind es nur noch 700 m.
Dieser Abschnitt ist geprägt von kleineren Geschäften und Cafés, aber da wir uns immer noch auf der weiten Rue de Rivoli befinden, ist die Atmosphäre nicht unbedingt gemütlich. Eher geschäftig. Ausnahme ist hier der kleine Platz an der Rue du Bourg Tibourg.
Wirklich schön wirds erst wieder bei Saint-Paul. Eigentlich handelt es bei Saint-Paul um eine Kirche (sehenswert!) Aber gemeinhin wird damit eigentlich eher auf die gleichnamige Metro Station verwiese. Hier findest du viele Cafés, kleine Häuser und die Ecke ist ein toller Startpunkt, um das Marais zu erkunden. Eines meiner absoluten Lieblingsviertel in Paris.
Das Marais ist ein Wirrwarr aus kleinen Straßen, windschiefen Häusern, Stadtpalästen, unzähligen Boutiquen, Cafés und Restaurants. Außerdem findest du hier die größte jüdische Community von Paris und auch das LGTBQ Zentrum. Das Marais ein lebhaftes, buntes und aufregendes Viertel.

Wenn dein Spaziergang hier nicht endet und du weiter ins Marais gehst, schau dir sehr gerne meine Artikel über das Marais an: Das Marais in Paris: 14 Sehenswürdigkeiten (+Tipps & Adressen)
Viel Spaß!
à bientôt,


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